Eine kleine Erinnerung an den Atem

Wer von Euch wacht morgens auf und ist schon mit dem ersten Atemzug guter Dinge?

Gerade wenn es in den Herbst geht und die Tage kürzer werden, fällt das Aufstehen meisten schwerer. Doch gerade die Morgenstunden schenken uns eine besondere Stimmung, die Luft ist klar, die Stille berührt, der Kopf noch nicht so voll von Alltagsgedanken.
Sadhgura sagte einmal in einem Talk „Wenn wir uns der Endlichkeit aller Dinge bewusst sind, dann ist das Aufwachen am Morgen eine wunderbare Sache. Uns wird ein neuer Tag geschenkt Es könnte auch anders sein! Warum dann nicht gleich lächeln?“

Die Lunge ist unsere primäre Energiequelle. Einatmen ist da JA zu etwas neuem, Ausatmen das Ausscheiden. Stoppt dieser Rhythmus bleibt Altes in uns. Es findet kein Austausch mehr statt. Wir verschmutzen innerlich.
Der Atem ist auch ein Symbol der Verbindung.  Mit der Einatmung holen wir uns Lebensenergie über die Natur und beim Ausatmen geben wir CO2 wieder zurück. Pflanzen und Bäume leben von diesem Austausch und wir auch. So eng sind wir der Natur verbunden und deshalb ist es für mich persönlich so wichtig,noch nachhaltiger zu leben.

Eine bewusste  Atmung stärkt unsere Nerven, entlastet unsere Nebennieren, die unter konstantem Stress Adrenalin und Cortisol produzieren. “Tief durchatment” ist die Devise, wenn wir unter zu viel Druck stehen.

Für mich ist Yoga nicht nur körperliches Training. Gelenkigkeit zu fördern ist ein Aspekt, doch ein wesentlicher Bestandteil ist die Schulung des Atmens.

Wie kannst Du besser auf Deinen Atmen achten? Er sagt er so viel über unser Leben aus und die Art und Weise wie wir unseren Alltag leben. „Haben wir noch Zeit zu atmen?“

Vielleicht magst Du Dir vor dem Einschlafen ganz bewusst ein paar tiefe Atemzüge schenken. Dich nach jedem Atemzug fragen, geht die Ausatmung noch langsamer….und Dich beim Einatmen  für die kleinen Geschenke des Tages bedanken. Mit jedem Atemzug Dein Nervensystem entlasten – eintauchen in den Parasympatikus. So mancher Schmerz kann dann loslassen….und Du spürst tiefe Entspannung.

Der Herbst schenkt uns wunderbare warme Farben um Luft in der Natur aufzutanken.

Verwöhn Dich mit leckeren warmen Speisen. Erfreu Dich an Kürbis, Kartoffeln, Linsen, Reis, Wallnüsse, Äpfel und Birnen usw.

An vollgepackten Tagen, ehrlich gesagt, an einem Tag wie heute – kommt doch der Moment wo ich mir wenigstens auf der Couch meines Atems bewusst werde. Und nehme bewusst Auszeit für ein paar entspannte Atemzüge. Es sind wirklich immer wieder diese vielen kleinen Impulse – dran bleiben, nicht aufgeben! JA sagen!

“Was tue ich wenn nichts mehr geht?
Ich atme ein und atme aus - und manchmal ändere ich die Reihenfolge.”
(unbekannt)

Metta - liebende Güte - Was hält mich auf Kurs?

Was braucht es, um die unterschiedlichen Wellen des Alltags zu meistern?
Wie bleibe ich auf Kurs?

Nach einer Woche im Benediktushof in Würzburg, um dort mit Marie Mannschatz (Meditationslehrerin und Autorin) die Metta Meditation zu üben und einer Woche Urlaub am Meer, bin ich inspiriert, Euch meine  Herzens-Grüße in Form einer Welle zu senden.

Weniger ist mehr – so ist es auch bei der Metta Meditation. 'Was bedeutet Metta? Das Wort stammt aus dem Sanskrit und bedeutet liebende Güte, Freundlichkeit, aktives liebevolles Miteinander. Die Metta Meditation hat ihren Ursprung im Theravada-Buddhismus und durch sie übt man eine freundliche und wohltuende Haltung allen Menschen und Lebewesen gegenüber. Man könnte sagen, dass Metta das Herz weich macht, öffnet und durch die Meditation Gefühle wie Ärger, Wut, Trauer usw. berührt werden und sich friedvoll verwandeln können. Der Geist wird ruhiger und gelassener.

Wir beginnen zunächst mit den Herzenwünschen für uns selbst und richten sie dann auf anderen Menschen und  Lebewesen in der Nähe und in der Ferne.

Die Herzenwünsche der Meditation lauten:

Möge ich glücklich sein
Möge ich mich sicher fühlen
Möge  ich gesund sein
Möge ich den Alltag leicht erleben

Die Sätze kannst Du morgens mehrere Mal wiederholen, in Deine Meditation einbinden, sie als Ausrichtung für Deinen Tag nutzen. Weniger ist mehr: vielleicht reicht am Anfang nur der erste Satz. Wiederhole ihn immer wieder am Tag, oder verschenke ihn an andere. Gerade dann wenn Dich das Gedankenkarusell wieder voll im Griff hat, sind  die Metta Sätze ein guter Ausstieg  aus dem Kopf und ein Weg zurück  zum Herz.  Was fühlt das liebende Herz? Was möchtest Du Dir wirklich sagen oder der Person gegenüber. Mir tut  es gut  in schwierigen Situationen,  in Momenten,  die mich überforden, folgenden Zusatz zu machen „Möge ich glücklich sein, genauso wie alle Menschen und  Lebenwesen.“ Das unterstützt mich sehr und weitet den Geist.

Vielleicht magst Du es diese Woche für Dich mal ausprobieren und in die Worte achtsam  hineinfühlen. Was geschieht, wenn Du die Sätze sprichst?

Weniger ist mehr – lege freundlich Deine Hand auf’s Herz und hab Mitgefühl, wenn zunächst Widerstände auftauchen.

Viel Freude beim Üben.

Motivation - warte nicht auf den Impuls von außen!

Welche Antriebsfedern bringen Dich in Bewegung? Spaß, Freude, Interesse, Verbundenheit oder sind es äußere Faktoren, Gehalt, Druck, Belohnung? 

Die "To-Do-Liste"
Gestern früh setzte ich mich nach dem Yoga sehr motiviert an meine tägliche To-Do-Liste. Innerhalb von Minuten füllt sich das DIN-A5 Blatt, und das Gefühl der Ohnmacht breitet sich aus. Kennst Du das auch? Was tun? Ich entscheide mich dieses Mal nicht in Ohnmacht zu fallen. Nein, ich mache langsam - eins nach dem anderen. Welche Aufgaben sind lebensnotwendig? Welche Personen brauchen meinen Beitrag dringend? Handy aus - keinen Social Verführungen nachgehen! Schon wird es leichter. 
Und diesen roten Faden halte ich den Tag über bei. Wiederhole das Wort 'Pause'. Der Tag entwickelt sich gut. Nach dem letzten Kurs hole ich die Liste hervor. Ich lache. Nur zwei Dinge abgehakt! Mir wird der Wahnsinn meines morgendlichen Vorhabens bewusst. Morgen ist auch noch ein Tag. Ich fühle mich motiviert - vielleicht weil es heute gar keinen Stress gab und so viele Sachen wirklich warten können. Auch die Messages auf dem Handy! 

Und irgendwie passen die Worten von Napoleon Hill: 
"Warte nicht. Der Zeitpunkt wird niemals perfekt sein."  
Die To-Do-Liste wird nicht weniger. Es wird nie alles perfekt sein. Du lebst nur einmal! Deshalb macht es Sinn, sich die Frage zu stellen, was motiviert mich, um möglichst oft mit Freude, Lust, Sinn an die To-Do's zu gehen! 

Was brauchst Du täglich, damit Du Dich motiviert fühlst? Für mich sind es die Glückshäppchen am Morgen, ein nettes Gespräch und die Verbundenheit mit Familie und Freunden - was ist es für Dich?"

Verbunden sein

Dabei denke ich sofort an die Worte von Thich Nhat Hanh:

"Wenn wir in das tiefste Innere einer Blume blicken, sehen wir in ihr Wolken, Sonnenschein, Minerale, Zeit, Erde und alles andere im Kosmos. Ohne Wolken könnte es keinen Regen geben und so auch keine Blume."

Verbunden sein - was bedeutet das für Dich ganz konkret?
Da mich eben das Internet beim Schreiben am Laptop verließ, drückte ich die Taste "verbinden" und musste grinsen. Eigentlich verbinden wir uns bereits am Morgen mit dem Rest der Welt mit einem Knopfdruck. Doch geschieht das meistens total unbewusst. Wir rufen nicht laut "Hallo - da bin ich, Welt. Grüß Euch Alle!" Wir spüren diese Verbundenheit erst, durch bewusstes Verbinden mit dem Gefühl, doch dazu kommen wir oft nicht.

Spür mal rein, wie sich das anfüllt - im Netz des Internets zu sein!
Und dann lade Dich zu einem Spaziergang ein - und fühle Dich im Netz der Natur verbunden.
Macht es für Dich einen Unterschied? Probiere es aus.

Thich Nhat Hanh schrieb, dass das Blatt Papier auf dem wir schreiben bereits unzählige Jahreszeiten durchlebt hat, Länder bereiste, mit vielen Händen in Berührung kam, bis es vor uns liegt. So viele Menschen sind daran beteiligt und sorgen für unser Wohlbefinden, ohne das wir es uns bewusst sind.

Was nützt Dir das im Alltag? Vielleicht in Momenten, wo Du genervt in der Schlange beim Einkaufen stehst oder Dich allein fühlst, weil alle jetzt in die geöffneten Biergärten unterwegs sind - aber ohne Dich!!!

„Wir brauchen Mutmacher! Drücke Deinen Knopf "Verbinden" und schau Dir dann Deine unendlich weite Welt an!"