Gestern begegnete mir ein junger Mann mit Immigrationshintergrund. Ich kenne ihn schon seit Jahren flüchtig. Heute war er gesprächig. Ich spürte seinen Wunsch, sich mitzuteilen. Immer noch tief berührt von dem Gespräch, weiß ich, dass die Not dieses jungen Menschen kein Einzelfall ist.
Wer kennt es nicht – das Gefühl von Angst? Er hat Angst - ein Gefühl, dass er so bisher noch nicht kannte. Angst, wenn er in den Supermarkt geht, Angst unter einer Gruppe von Menschen zu sein, Angst keine Lehrstelle zu bekommen. Er weiß nicht woher sie kommt, sie war auf einmal in der Pandemie da.
Es ist ein junger Mensch, voll mit Sehnsüchten nach der großen Liebe, dem Traum von Sicherheit für seine Familie, entschlossen, einen guten Beruf zu ergreifen, um für sich und seine Familie zu sorgen. Medikamente sollen erstmal die Angst unter Kontrolle zu halten. Ich spüre jetzt noch den Widerstand in mir, frage mich, ob es Medikamente sind, die der Junge braucht oder einfach jemanden der zuhört. Verschenkt unsere Gesellschaft gerade Sicherheit? Vermitteln wir Erwachsenen den Kindern echte Geborgenheit und Zuversicht? Zeigen wir unseren Mut in dieser Pandemie und sind mitfühlend? Was ist mein Anteil daran, dass dieser junge Erwachsene in dieser Welt gerade Angst hat?
Wünsche ich mir selbst nicht auch von tiefstem Herzen Frieden? Ich bekam durch das Gespräch einen Einblick in eine andere Welt, und spüre nun auch meine Ignoranz vor dem Leid vieler Menschen.
Ich höre einen Online Beitrag zum Thema „Belonging (Dazugehören)“! Die Worte gefallen mir.
May you listen to your longing to be free.
May the frames of your belonging be generous enough for your dreams.
My you arise each day with a voice of blessing whispering in your heart.
May you find a harmony between your soul and your life.
May the sanctuary of your soul never become haunted.
May you know the eternal longing that lives at the heart of time.
May there be kindness in your gaze when you look within.
May you never place walls between the light and yourself.
May you allow the wild beauty of the invisible world to gather you, mind you, and embrace you in belonging.
(John o’Donohue)
WIR möchten ALLE dazugehören!
Ein Satz schwingt noch tief in meinem Herzen nach „Er wünscht sich, dass er und seine Familie irgendwann mal nicht mehr im Bus fahren müssen!“ *
+Gerade in der Pandemie vergessen wir, dass so viele Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind. Gerade in den Großstädten haben viele Menschen kein Auto. Und wenn man oft Bus gefahren ist, kennt man die Unlust der Busfahrer nur zu gut!